Warum «Candidate Experience» wichtiger ist denn je!

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Die Zeiten sind vorbei, als es um die Personalsuche ging, wo Unternehmen die Oberhand hatten. Sourcing ist mehr als nur “proaktive“ oder “aktive“ Personalbeschaffung. Es ist bereits ein eigener Beruf, wie der des Recruiters und hat deshalb unterschiedliche Arbeitsgänge, sowie nützt dieser teils sogar komplett unterschiedliche Methoden und Tools als ein klassischer Recruiter. Sourcing ist auch nicht einfach “digitalisiertes“ Recruiting, denn Sourcer und Recruiter besitzen unterschiedliche Einstellungen, auch wenn man sagen kann: Sourcing ist eine Weiterentwicklung des Recruitings. 

Wir durften in den letzten Monaten mit vielen Unternehmen welche an der “zu wenige Bewerben sich – Krankheit“ leiden, sprechen und mit noch mehr passiv oder latent suchenden “High Potentials“. Unsere Motivation war herauszufinden, warum sich diese zwei Parteien nicht oder nur schwerfällig finden. Wir konnten von externen Unternehmen Prozesse analysieren, testen und bewerteten. Einige Stichworte, warum es beim “professionellen Tindern“ nicht funktioniert sind:

  • Employer Brand
  • Ruf des Unternehmens
  • Attraktivität des Unternehmens
  • Verhalten des Unternehmens
  • Unternehmenskultur
  • Candidate Experience

In diesem Blog-Beitrag möchten wir näher auf die Candidate Experience eingehen (durch verschiedene Kontaktpunkte erzeugte Wahrnehmung eines Unternehmens seitens der Bewerber). Die Arbeitslosigkeit ist in der Schweiz auf einem Rekord-Tief, Vakanzen gibt es mehr als Kandidaten und Kandidatinnen, um diese zu besetzten. Der War for Talent, der War for Experts, ist schon lange ausgebrochen. Doch nur Unternehmen die bereit sind, zu neuen Waffen zu greifen, können in diesem Krieg gewinnen. Unternehmen versuchen bereits, durch den aufkommenden Druck, sich durch interessante Kompensation, Benefits und einer sagenumworbenen Firmenkultur, sich einen Vorteil in diesem Kampf zu erarbeiten. Das Resultat daraus wäre eigentlich dass die Candidate Experience wichtiger denn je ist.

Was ist Candidate Experience?
Die einfachste Erklärung ist, wie Bewerber oder Umworbene die Employer Brand durch den Rekrutierungs-Prozess wahrnehmen. Von der Job Beschreibung bis zur finalen Offerte. Die Candidate Experience beeinflusst was das gesuchte Personal über sie als Arbeitgeber fühlt und denkt. Ist der Prozess einfach und komfortabel? Oder ist er kompliziert und frustrierend? Deren Erfahrung beeinflusst nicht nur, ob sie den Job annehmen oder nicht, sondern auch, was sie für ein Portrait über sie als Arbeitgeber in ihrem Netzwerk verbreiten und so eventuelle andere Kandidatinnen und Kandidaten anziehen oder abschrecken. Die Candidate Experience ständig zu analysieren und optimieren ist kritisch, auch wenn teils Feedbacks schmerzen mögen, lohnt es sich allemal. Die folgenden Tips helfen den Unternehmen sich von der Konkurrenz abzuheben:

Optimiert Time to Hire
Top Talent (vor allem wo Fachkräftemangel existiert) ist ein Zeit- und Geldaufwendiger Prozess. Entsprechend einer Arbeitsmarktanalyse von SHRM kostet ein einzelner, durchschnittlicher Rekrutierungsprozess um die 5‘000 CHF, nicht inkludiert sind die Kosten für den Zeitaufwand, Zeitverlust und Produktivitätsverlust während die Position Vakant ist. Eine schlechte Candidate Experience verlängert den Hiring Prozess (Time-to-fill) um einiges. Weniger Talente bewerben sich wenn der Prozess zu lange oder zu kompliziert zum durchnavigieren ist. 

Der Einstellungsprozess ist der erste Eindruck ihrer Employer Brand eines potentiellen künftigen Mitarbeitenden, mangelnde Effizienz kann hier zum Showstopper, Bewerbungskiller werden. Hierbei geht es um die Einfachheit des Prozesses, Aktualisierung der Career Page bis zur prompten Beantwortung von Bewerber E-Mails.

Achtet auf eure Reputation
Der Bereich Social Media, hierbei ist Candidate Experience entscheidend, ist oftmals ausschlaggebend warum ihr das gesuchte Talent nicht einstellen könnt. Gemäss einer LinkedIn Umfrage sagen 83% der Kandidaten das eine negative Interviewerfahrung deren Meinung zu einer Unternehmung massgeblich beeinflusst, einer Unternehmung die sie früher gemocht, respektive als möglichen Arbeitgeber betrachtet haben. Zudem sagt noch eine Beträchtliche Prozentzahl an ehemaligen Kandidaten in Ihrem Netzwerk sich nicht bei dieser Firma zu Bewerben oder gar nicht Produkte oder Dienstleistungen von dieser Firma zu beziehen, und dies nur weil die Candidate Experience während des Bewerbungsprozesses negativ war. 87% der Befragten sagten das eine positive Interview oder Bewerbungserfahrung ihre Sicht zur Unternehmung ändert (Einer Unternehmung an der diese früher gezweifelt haben), egal ob diese nun die Stelle erhalten haben oder nicht.

Eine durchdachte Candidate Experience bedarf sorgfältiger Analyse, Planung und Innovation, aber der Aufwand lohnt sich allemal. Ansonsten könnten sie ihre besten Kandidaten, oder gar ihre besten Kunden verlieren.

Erschafft, kreiert klare Job Beschreibungen
Der Bewerbungsprozess startet typischerweise in dem ein Bewerber oder Interessent, eine offene Position in ihrem Unternehmen findet und sich für die vakante Stelle interessiert und sich natürlich, hoffentlich, darauf bewirbt. Das tönt ja schön einfach, ist es aber nicht, denn bevor sich ein Kandidat bewirbt muss er von der Job-Beschreibung überzeugt sein. Interessant ist folgendes Statement und zeigt auf, das die Wahrnehmungen nicht unterschiedlicher sein können. 73% von Job-Ausschreiberlingen (HR, Recruiter oder Hiring Managers) geben an, dass ihre Job Beschreibungen klar und verständlich sind. Wobei nur 36% der Kandidaten dieser Aussage zustimmen.

Kandidaten wollen klare und akurate Beschreibungen und Erklärungen vom Job und den Verantwortlichkeiten. Ebenfalls wünschen sich Kandidaten einen “Snapshot“ in Bezug auf Kompensations-Details wie Salär, Benefits, Firmen-Werte oder Vergünstigungen. Genau liebe Schweizer, die Kandidaten wünschen sich diese Informationen! Am wichtigsten aber, die Kandidaten wollen all dies in einem einfach zu lesendem Format. Die Kandidaten wollen keine fancy Job-Titel, oder eine quirlige, komische sowie futuristische Beschreibung. Sie wollen Klarheit. Analysiert eure Job Beschreibungen und sorgt dafür, dass diese akurat den Job repräsentieren und die Key-Details highlighten. Benutzt Bullet-Points oder fette Formatierungen, so dass die wichtigsten Informationen einfach zu finden sind.

Auch die richtige Nutzung von Technologien sind wichtig und zwar um den Prozess zu vereinfachen. Wenn der Stellensuchende auf Ihren einnehmenden und verführerischen Job-Ad trifft, wird es ihn natürlich jucken, sich darauf zu bewerben. Der schnelle Wachstum von HR-Technologie-Software, sollte den Prozess eigentlich deutlich einfacher machen, nicht komplizierter. Nach was halten die Bewerber in dieser Bewerbungsphase wirklich Ausschau? Einfachheit, nicht mehr, nicht weniger. Eine Studie belegt, dass über 60% der Jobsuchenden (aktiv oder latent) den online, bereits halb ausgefüllten Bewerbungsprozess abbrechen, weil dieser zu lange, oder zu kompliziert ist!

Bewerber wollen sich in so wenigen Schritten wie möglich bewerben und wollen exakt wissen wo sie stehen. Ermöglicht den Kandidaten eine One-Click-Bewerbungsmöglichkeit. Benutzt ein klares und intuitives Bewerber-Management und Tracking-System welches mit ihrer HR-Software integriert ist. Nachdem sich jemand Beworben hat, sendet ihm eine personalisierte E-Mail und vergisst die regelmässigen “Folluw up Updates“ nicht (Ghosting ist das schlimmste und wird ihre Firmenreputation zerstören). Zudem empfehlen wir, innerhalb von 48 Stunden nach Bewerbungseingang auf einem ihnen zur Verfügung stehenden Kanal mit dem Kandidaten in Kontakt zu treten.

Macht den Interviewprozess komfortabel
Sobald ihr die Bewerbungen durchanalysiert und eure “prefered Candidates“ identifiziert habt, ist es Zeit für ein persönliches Interview. Bitte bedenkt, dass diese Erfahrung genau gleich wichtig für den Bewerber wie für den Interviewer ist. Der Bewerber wird das Unternehmen genau gleich bewerten, wie das Unternehmen ihn zugleich bewertet und Meinung gebildet wird. Fakt ist, dass 47% der Bewerber (Umfrage von Jobvite) gesagt haben, dass das persönliche Gespräch den grössten Einfluss auf die Impression des Unternehmens hat. Sollten die Kandidaten eine negative Impression erhalten, kann dies die Motivation für Ihr Unternehmen zu arbeiten sehr schnell ändern. 

Um die bestmögliche Candidate Experience aus dem Interview zu ziehen, bereiten sie die Bewerber vorab vor. Erklären Sie ihnen, was sie erwarten dürfen, mit wem sie sprechen werden und wie lange es ungefähr dauern wird. Auch wenn diese Information sehr sehr Basic ist, gehen doch sehr viele Kandidaten in persönliche Interviews ohne diese Basis-Informationen. Den Kandidaten eine komplette Erklärung zum gesamten Interview-Prozess zu geben, wird diesen helfen, ruhig und mit kühlem Kopf in das Interview zu gehen.

Während des Interviews, gebt den Kandidaten eine komplette Vorstellung des Unternehmens und der Kultur. Zeigen Sie den Arbeitplatz oder andere Räumlichkeiten und stellen Sie den Bewerber dem potentiell zukünftigen Team vor. Vor allem gibt dem Bewerber genügend Zeit, mit seinem zukünftigen Vorgesetzten zu sprechen. Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn 70% des Gesprächs von HR-Vertretern geführt werden.

Personalisiert die finale Entscheidung
Nur weil es Zeit ist die Finale Entscheidung zu treffen, die Entscheidung wen man Anstellen wird und wen nicht, dürft ihr die Candidate Experience in keiner Sekunden aus den Augen verlieren. Beim Unterbreiten der Offerte, bitte, bitte tut dies nicht via Email, überbringt die gute Neuigkeit via Telefon, es geht darum diese Erfahrung persönlicher zu gestalten und hilft den „neu Angestellten“ sich bereits hier als teil der Firmen Kultur zu sehen.

Auf der anderen Seite, einem Kandidaten absagen kann durchaus unbequem sein, sogar für Veteranen in der Rekrutierung. Nehmt euch extra Zeit, um ein personalisiertes Mail zu schreiben oder ein Telefonat zu führen. Zu diesen Zeitpunkt hat der Bewerber noch ein sehr positives Bild des Unternehmens und würde sich in Zukunft eventuell auf eine andere, passendere Stelle bewerben, oder Ihr Unternehmen seinem Netzwerk weiterempfehlen. Gute Beziehungen zu allen Kandidaten zu haben hilft eine fantastische Candidate Experience vom Start bis zum Schluss zu kreieren. 

In der heutigen Zeit, personalisierte Candidate Experience zu kreieren ist wichtiger denn je. Evaluiert regelmässig den Prozess und identifiziert Wege und Strategien welche diesen Prozess einfacher und besser gestalten können.

Was hindert Kandidaten daran sich zu Bewerben? Was hindert Kandidaten daran eine Job-Offer zu akzeptieren? Wie wird Ihre Employer Brand wahrgenommen? Führen Sie regelmässige Recruiting-Audits durch, um diese Fragen zu beantworten und Ihre Candidate Experience stetig zu verbessern. Heute muss sich das Unternehmen mehr denn je um Kandidaten bemühen, diese Umwerben, ja gerade zu Reverse Recruitment betreiben. Verpassen Sie die Chance nicht welche Ihnen eine positive Candidate Experience schenkt.

Fragen dazu diesem Thema? Oder Interesse Ihre Candidate Experience zu einem Meisterstück ihres Unternehmens zu machen? Dann zögern Sie nicht, noch heute mit uns zu sprechen!

 

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